Sueddeutsche
Wenige Tage vor Beginn der Klimakonferenz auf Bali hat die UN-Entwicklungsorganisation UNDP eindringlich vor den Folgen des Klimawandels für arme Länder gewarnt.
Gelinge
es nicht, den Temperaturanstieg zu bremsen, seien weitere 600 Millionen
Menschen von Unterernährung bedroht, heißt es im jüngsten Bericht über
die menschliche Entwicklung, den die Organisation am Dienstag
vorstellte.
Grund seien Dürren und Überschwemmungen, die vor
allem in Entwicklungsländern die Landwirtschaft erschwere. Für weitere
1,8 Milliarden Menschen könnte Wasser knapp werden, weil Gletscher
schrumpften. Besonders betroffen: Regionen Südasiens und Nordchinas,
deren Wasser zum Großteil aus dem Himalaya stammt.
Für bis zu 400 Millionen Menschen könnte die Malaria zur Gefahr werden: Durch die Erderwärmung breiten sich Moskitos aus.
"Wir bewegen uns jetzt in
eine Ära, in der langfristige Schäden wahrscheinlicher werden", warnte
Kevin Watkins, Chefautor der Studie. Die Industrieländer seien zwar
verantwortlich, aber nicht die Hauptleidtragenden. Während es dort
genügend Mittel gebe, sich an den Klimawandel anzupassen, träfen "die
wirklich katastrophalen Folgen arme Menschen in armen Länder", so
Watkins.
Ihren jährlichen Bericht hat die UN-Unterorganisation
deshalb "Den Klimawandel bekämpfen: Menschliche Solidarität in einer
geteilten Welt" genannt.
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